Wissen, wohin man will

"Guten Tag", sagte der kleine Prinz.

"Guten Tag", sagte der Weichensteller.

"Was machst du da?", sagte der kleine Prinz.

 "Ich sortiere die Reisenden nach Tausenderpaketen", sagte der Weichensteller. "Ich schicke die Züge, die sie fortbringen, bald nach rechts, bald nach links." Und ein lichterfunkelnder Schnellzug, grollend wie der Donner, machte das Weichenstellerhäuschen erzittern. 

""Sie haben es sehr eilig", sagte der kleine Prinz. "Wohin wollen sie?" "Der Mann von der Lokomotive weiß es selbst nicht", sagte der Weichensteller. Und ein zweiter blitzender Schnellzug donnerte vorbei, in entgegengesetzter Richtung.

"Sie kommen schon zurück?", fragte der kleine Prinz.

"Das sind nicht die Gleichen", sagte der Weichensteller. "Das wechselt."

"Waren sie nicht zufrieden dort, wo sie waren?"

"Man ist nie zufrieden dort, wo man ist", sagte der Weichensteller. Und es rollte der Donner eines dritten funkelnden Schnellzuges vorbei. "Verfolgen diese die ersten Reisenden?", fragte der kleine Prinz. "Sie verfolgen Garnichts", antwortete der Weichensteller. "Sie schlafen da drinnen oder sie gähnen auch. Nur die Kinder drücken ihre Nase gegen die Fensterscheiben."

 "Nur die Kinder wissen, wohin sie wollen", sagte der kleine Prinz. "Sie wenden ihre Zeit an eine Puppe aus Stoff-Fetzen, und die Puppe wird ihnen sehr wertvoll, und wenn man sie ihnen wegnimmt, weinen sie."

 "Sie haben es gut", sagte der Weichensteller.

-

 Was hat es nur mit dieser kindischen Kurzgeschichte auf sich? Das dachte ich mir, als ich sie das erste mal im Ethik Unterricht las. Ehrlich gesagt, ich fand diese Geschichte lächerlich. Aber als mein Lehrer über den Sinn dieser Geschichte redete, fand ich gefallen an ihr. Ich weiß jetzt nicht, wie ich anfangen soll, meine Gedanken in worte zu verfassen, aber ich versuch es.

Man wird in eine Welt geboren und die erste Weiche die es in deinem Leben gibt, ist die Religion, sagte mein Lehrer. Ich zum Beispiel wurde in den Islam hineingeboren, aber ich glaub kein Stück dran und das tat ich auch nie. Es ist die Entscheidung des Kindes, ob man an eine Religion glauben will oder ob man an nichts glaubt. So erste Weiche geklärt. Die zweite ist die Einschulung, meiner Meinung nach. Die Schule ist ein sehr wichtiger Bestandteil deines Lebens. Und hier gibt's wieder Weichen. Entweder man strengt sich an oder man tut es nicht. Wer sich nicht anstrengt hat die Arschkarte gezogen (außer man macht danach was aus seinem Leben). Außer man ist als Millionär oder so geboren. Die die sich anstrengen haben später im Leben mehr Glück. Aber da gibt's auch den Stress und alles andere. Auf das haben die meisten Leute aber keinen Bock. Und im späteren Leben entscheidet man halt was man werden will, wohin man reisen will etc. Aber in Wirklichkeit leben wir in einer vorhersehbaren Welt. Man wird geboren, geht in die Schule (und dort wird nach Noten beurteilt, ob man schlecht oder gut ist. Und diese Scheißnoten bestimmen dein Leben) und zuletzt arbeitet man bis man stirbt. Das Schicksal tut bei jedem Menschen das gleiche, aber was wäre, wenn es diese Welt nicht gäbe? Es wär um einiges besser. Man könnte aus dem Leben machen was man will. Man könnte so viel reisen wie man will. Die Welt erforschen und für sich selbst Geschichte scheiben. Das wäre toll. Abe die Kinder haben es am besten (ich bin auch noch ziemlich jung, aber mit Kinder meine ich 0-8 jährige). Sie leben in einer Fantasiewelt, in der sie sich noch nicht Sorgen um die Zukunft machen müssen. Aber es gibt immer ein Ende. Für alles und jeden. Also versucht nicht mit dem Strom zu gehen und versucht was aus eurem Leben zu machen. Ich weiß, der Text ist scheiße, aber hatte gerade #deepthougts und musste darüber schreiben. Und wer sich den Text bis hierher gelesen hat. Ich bin stolz auf dich

11.2.16 21:15

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(11.2.16 21:35)
Du bist stolz auf mich.
Ich fand die Geschichte mit dem kleinen Prinzen irgendwie schön. Sie hat irgendwie gezeigt wie schön es mit Kindern ist.

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